Inhaltsangabe Schreiben Einleitung Beispiel Essay

Eine Inhaltsangabe zu schreiben ist grundsätzlich kein Problem, doch oftmals ist es schwierig, sich auf das Wesentliche eines Textes zu konzentrieren und die wichtigsten Merkmale in der späteren Zusammenfassung wiederzugeben. Darauf kommt es allerdings beim Schreiben einer Inhaltsangabe an, weshalb wir Ihnen die wesentlichen Aspekte dieser Herangehensweise erläutern möchten.

Was ist eine Inhaltsangabe?

Eine Inhaltsangabe hat die Aufgabe, die wichtigsten Dinge eines Textes oder auch Films in knapper Form darzustellen und dabei keine wesentlichen Informationen auszulassen, auch wenn auf unwichtige Details verzichtet werden sollte. Das erklärte Ziel ist es also, dem Leser einen Überblick des Werks zu liefern, der alle relevanten Handlungsschritte und Ebenen umfasst.

Im Gegensatz zum Fazit, Resümee oder auch einem Review sind Inhaltsangaben niemals wertend oder interpretieren das Geschehen. Dabei wird auch nicht versucht, sprachlich die Vorlage zu imitieren. Im Gegensatz zur Nacherzählung, verzichtet die Inhaltsangabe auch grundsätzlich auf Spannungsbögen und andere Mittel des Erzählens und Ausschmückens.

Zusätzlich zur Zusammenfassung des Inhalts werden dabei die wichtigsten Personen des Textes, sowie der Ort und die Zeit der Handlung vorgestellt. Schreiben wir eine Inhaltsangabe, wählen wir folglich eine berichtende Textform, wobei wir als Zeitform die Gegenwart (Präsens) nutzen und Äußerungen der Protagonistenin indirekter Rede wiedergeben.

Merkmale der Inhaltsangabe

Nun ist es allerdings so, dass Zusammenfassung nicht gleich Zusammenfassung ist und wir prinzipiell jede Menge Freiheiten beim Verfassen genießen. Denn wer den Klappentext eines Buches schreibt oder für einen aktuellen Kinofilm das Programm aktualisiert, kann sich natürlich auch spannende Formulierungen oder Zitate erlauben, die in der schulischen Inhaltsangabe nichts zu suchen haben.

Betrachten wir die Merkmale allerdings ganz nüchtern und konzentrieren und auf das Wesentliche, sodass unsere Inhaltsangabe auch für die Schule oder Universität geeignet ist, müssen wir einige grundsätzliche Dinge beim Schreiben und Formulieren beachten.

Wichtige Merkmale und Regeln der Inhaltsangabe
  • Die Sprache ist sachlich, präzise und knapp
  • Einleitung, Hauptteil und Schluss bilden den Aufbau
  • Die gewählte Zeitform ist die Gegenwart (Präsens!)
  • Wörtliche Rede wird vermieden. Indirekte Rede nutzen!
  • Sie wird mit eigenen Worten verfasst. Keine Zitate!
  • Die Inhaltsangabe wird chronologisch erzählt
  • Die Ich-Form wird in die Er/Sie-Form umgewandelt

Sprache der Inhaltsangabe

Wir sollten beim Schreiben der Inhaltsangabe nichts ausschmücken oder uns in unnötigen Details und Fakten verlieren. Das bedeutet, dass lediglich die wichtigsten Informationen in unserer Zusammenfassung Platz finden sollten. Für unser Vorhaben, können wir uns in etwa an die folgenden Vorgaben halten.

Haben wir uns auf die wesentlichen Informationen des Textes beschränkt oder neigen wir zu zahlreichen Zusatzinformationen?

Sind unsere Formulierungen auf das Wesentliche gekürzt? Idealerweise bedienen wir uns einer klaren und einfachen Struktur für die Inhaltsangabe.

Welche Personen und Orte gibt es, die wichtig für die Handlung sind? Wer sind also die Hauptpersonen in unserer Geschichte?

Welche Zusammenhänge gibt es zwischen den einzelnen Elementen? Sowohl zeitlich, als auch ursächlich und welche davon sind für die Geschichte wichtig?

Hinweis: Es geht bei einer Inhaltsangabe weder darum, die Stimmung der Vorlage einzufangen, noch diese gekonnt nachzuerzählen. Wir bedienen uns also durchweg einer nüchternen und sachlichen Sprache.

Aufbau der Inhaltsangabe

Eine Inhaltsangabe besteht stets aus den Teilen Einleitung, Hauptteil und Schluss. Diese grobe Gliederung kennen wir schon aus anderen Arbeiten im Bereich des wissenschaftlichen Schreibens.

Einleitung

Die Einleitung enthält wesentliche Kurzinformationen für den Leser. In der Einleitung unserer Inhaltsangabe sollten wir die folgenden Elemente unterbringen:

  • Um welche Textsorte handelt es sich beim Text (Ballade, Kurzgeschichte, Fabel etc.)?
  • Titel der Geschichte, des Films oder auch des Buchs
  • Die Entstehungszeit des Textes
  • Den Namen des Autors der Erzählung
  • Ort und Zeit der Handlung
  • Die Hauptperson (oder auch die wichtigsten Protagonisten)
  • Das Wichtigste der Handlung in einem knappen Ausblick

Beispiel für die Einleitung einer Inhaltsangabe

Emilia Galotti, ein Drama von Gotthold Ephraim Lessing aus dem Jahr 1772, handelt vom Prinzen Hettore Gonzaga, seiner fanatischen Liebe zu Emilia Galotti und seinem Vorhaben, das Mädchen zu erobern. Das bürgerliche Trauerspiel ist im 18. Jahrhundert angesiedelt und spielt in einem italienischen Fürstentum.

Diese Muster-Einleitung besteht lediglich aus zwei knappen Sätzen, die alle wesentlichen Informationen zu Lessings Emilia Galotti beinhalten. Sie sehen also, dass die wichtigsten Informationen zum Text in der Einleitung abgehandelt werden, wobei wir keinerlei unnötige Konstruktionen bedienen müssen.

Hauptteil

Im Hauptteil widmen wir uns den wesentlichen Handlungsschritten des ursprünglichen Textes und versuchen, diese chronologisch und ohne unnütze Details wiederzugeben. Der Hauptteil ist also gewissermaßen das Herzstück einer guten Inhaltsangabe, wobei wir die folgenden Dinge für den Aufbau beachten sollten.

  • Schilderung der Ausgangssituation: Welche Bedingungen herrschen vor? In welcher Zeit und an welchem Ort spielt und beginnt die Geschichte?
  • Darstellung des Inhalts in Abschnitten (sachlich, nüchtern und ohne Ausschmückungen)
  • Dabei beachten, die Handlung chonologisch zu erzählen. Zeitsprünge im eigentlichen Text sollten wir sortieren und in der richtigen Reihenfolge aufschreiben (Keine Rückblenden oder Vorwegnahmen).
  • Erklären, warum die Protagonisten so handeln, wie sie handeln. Was ist ihre Motivation oder ihr Antrieb und welche Ziele verfolgen sie?
  • Wichtig ist außerdem, dass auch das Ende der eigentlichen Erzählung verraten wird. Die Inhaltsangabe soll nicht neugierig machen, sondern die Handlung gänzlich abbilden!

Schluss

Der Schluss ist nicht immer notwendig, wenn wir eine Inhaltsangabe schreiben. Allerdings rundet er eine tolle Zusammenfassung ab und gibt dem Leser weitere Impulse.

Im Schluss können wir auf die Absichten des Autors eingehen oder auch sprachliche Besonderheiten des Textes hervorheben. Sollten wir uns dafür entscheiden, müssen wir allerdings auch auf die Wirkung dieser Besonderheiten eingehen. Außerdem können wir im Schluss kurz und knapp auf die Wirkung des Werkes eingehen. Notwendig ist das allerdings nicht.

Zeitform der Inhaltsangabe beachten

Inhaltsangaben werden immer im Präsens formuliert, worauf wir vor allem bei Zeitsprüngen Acht geben müssen, um nicht unabsichtlich die Zeitform zu wechseln.

Beispiel für die richtige Zeitform der Inhaltsangabe

Falsch: Der Prinz Hettore Gonzaga war besessen von Emilia.
Richtig: Der Prinz Hettore Gonzaga ist besessen von Emilia.

Hinweis: Sollte allerdings in der Handlung auf vorherige Ereignisse verwiesen werden, können wir diese selbstverständlich in unserer Inhaltsangabe im Perfekt wiedergeben. Ansonsten sollten wir immer in der Gegenwart bleiben.

Indirekte Rede und keine Zitate

Beim Schreiben müssen wir auf die indirekte Rede achten und sollten keine Zitate des Textes bedienen. Lediglich, wenn ein Zitat für den Verlauf der Handlung unabdingbar ist.

Beispiel für indirekte und direkte Rede

Direkte Rede: Emilia fragte den Prinzen:“Hast du meine Nachricht erhalten?“.
Indirekte Rede: Emilia fragt ihn, ob er die Nachricht erhalten habe.

Hinweis: Bei der Umformung von direkter in indirekter Rede gibt es einige Dinge zu beachten. So gibt es keinen Doppelpunkt oder Anführungszeichen und das Verb steht im Konjunktiv 1. Entscheidungsfragen werden bei der indirekten Rede durch „ob“ eingeleitet.

Chronologisch schreiben und Reihenfolge beachten

Alle Elemente der Inhaltsangabe werden stets chronologisch erzählt. Das bedeutet, dass wir die einzelnen Handlungsschritte in der korrekten zeitlichen Reihenfolge wiedergeben. Wir verwenden also keine Rückblenden oder Zeitsprünge beim Schreiben der Zusammenfassung.

Perspektive von Ich zu Er und Sie wandeln

Häufig werden Texte aus der Ich-Perspektive geschildert, was wir allerdings nicht in unsere Inhaltsangabe übernehmen. Wir wandeln die Perspektive in eine Er oder eben Sie-Form um.

Die Länge der Inhaltsangabe

Da wir es hierbei mit einer Zusammenfassung des ursprünglichen Textes zu tun haben, ist eine Inhaltsangabe natürlich kürzer als die entsprechende Vorlage. Allerdings hängt ihre Länge natürlich maßgeblich von den Wirrungen, Rückblenden und der erzählten Zeit im zugrundeliegenden Text ab. Folglich sind Inhaltsangaben zu Gedichten meist kürzer, als über lange Romane.

Allerdings können wir uns ungefähr an die Richtlinie halten, dass wir mit knapp einer DIN A4 – Seite auskommen sollten, was auch häufig die Vorgabe in deutschen Schulen ist. Verallgemeinern lässt sich das allerdings nicht immer.

Checkliste: Inhaltsangabe schreiben!
  • Haben wir wirklich alle wichtigen Informationen drin?
  • Können wir noch beschreibende, ausschmückende Adjektive entfernen?
  • Wurde die direkte Rede korrekt umgewandelt?
  • Sind Ort, Zeit, Titel und Autor in der Einleitung enthalten?
  • Haben wir die Inhaltsangabe chronologisch geschrieben?
  • Stimmen Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik?
  • Ist die Zusammenfassung im Präsens verfasst?

Wir hoffen, dass Sie in diesem Beitrag alle wesentlichen Informationen gefunden haben und nun eine eigene Inhaltsangabe schreiben können. Sollten noch Fragen bestehen, freuen wir uns selbstverständlich über eine kurze Nachricht Ihrerseits oder ein Feedback.

Eine Inhaltsangabe gibt dem Rezipienten eine Übersicht über den Inhalt eines Buches, eines Films oder einer anderen Art von Text. Sie ist in der Regel gleichzusetzen mit einer Zusammenfassung. Im Englischunterricht oder bei wissenschaftlichen Arbeiten wird sie auch Summary genannt.

Nicht zu verwechseln ist die Inhaltsangabe allerdings mit einer Nacherzählung. Die Inhaltsangabe wird normalerweise im Präsens oder manchmal auch im Perfekt verfasst, also in der Gegenwart. Sie sollte keine Spannungsbögen enthalten und neutral den Inhalt beschreiben. Das heißt auch, dass nicht interpretiert oder bewertet wird.

Aufbau der Inhaltsangabe

Sie soll den bearbeiteten Text zusammenfassen, muss also viel kürzer sein. Je nach Länge des Originaltextes sollte sie rund eine halbe oder maximal eine Seite lang sein. Nur die wichtigsten Dinge müssen in ihr enthalten sein. So muss auf jeden Fall ein großer Teil des eigentlichen Inhalts ausgelassen werden. Zu entscheiden welcher Teil das ist, ist im Grunde die schwierigste Aufgabe, die der Verfasser der Inhaltsangabe zu bewältigen hat.

Sie sollte in drei Teile gegliedert sein: Einleitung, Hauptteil und Schluss. Die Einleitung enthält Fakten wie den Titel, den Autor, die Art des Textes und eventuell den Ort, die Zeit und die Protagonisten des Textes.

Nach der Einleitung ist die Kernaussage an der Reihe. Sie fasst in nur ein oder zwei Sätzen den gesamten Inhalt des Textes zusammen. Auch wenn bei einer Inhaltsangabe keinesfalls interpretiert werden darf, muss der Originaltext verstanden worden sein, um die Kernaussage verfassen zu können.

Der Hauptteil schildert die wichtigsten Ereignisse der gesamten Handlung in chronologischer Reihenfolge. Dabei müssen Einzelheiten oft weggelassen werden, so dass man sich auf das Notwendige konzentrieren kann. Auch Zitate haben in einer Inhaltsangabe nichts verloren.

Falls es für das Verständnis unbedingt nötig ist, wiederzugeben, was eine Figur gesagt hat, muss in der Inhaltsangabe die indirekte Rede benutzt werden.

Beispiel für eine Inhaltsangabe

Im Originaltext heißt es „Sie sagt: `Ich liebe dich`“.

In der Inhaltsangabe wird daraus: „Sie sagt, dass sie ihn liebe.“

Wer einen längeren Text (zum Beispiel einen Roman) im Hauptteil der Inhaltsangabe zusammenfassen muss, hat es oft einfacher, wenn er den Text für sich in einzelne Abschnitte gliedert und diese mit Überschriften versieht. Beim schreiben braucht er dann nur noch die Überschriften zu einem Text zusammenfassen und eventuell ein wenig überarbeiten, so dass ein Fließtext daraus entsteht. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, ob im Originaltext Zeitsprünge verwendet werden. Auch wenn der Autor mit Rückblicken arbeitet oder die Zeitebenen wechseln, muss sich der Verfasser der Inhaltsangabe an die chronologische Reihenfolge halten.

Wem es schwer fällt, zu unterscheiden, welche Dinge in der Inhaltsangabe erwähnt werden müssen, kann sich beim schreiben fragen, ob die Handlung auch ohne ein bestimmtes Detail verständlich ist. Wenn ja, kann auf diese Einzelheit verzichtet werden.

Vorsicht bei Interpretationen in Inhaltsangaben

Der Schluss der Inhaltsangabe kann die Intention des Autors enthalten. Man kann an dieser Stelle zeigen, dass man den Text verstanden hat und begreift, was der Autor damit aussagen wollte. Bei solch einer Interpretation ist allerdings Vorsicht geboten. Wenn der Originaltext nicht richtig verstanden wurde, sollte eine Deutung lieber komplett weggelassen werden.

Außerdem halten heutzutage viele Literaturwissenschaftler generell nichts mehr von der früher als so wichtig angesehenen Intention des Autors. Je nach Textart wird oft davon ausgegangen, dass es keine klare Aussage des Autors gibt. Manche Autoren wollten einfach nur zum Nachdenken anregen, andere wollen gar nichts aussagen – ihre Texte sind, schlicht ausgedrückt, einfach nur „schön“.

So gut wie nie gibt es nur eine festgelegte Interpretation eines Werkes. Die Forschung entdeckt immer neue Details und es liegt auf der Hand, dass man einen bereits verstorbenen Autor nicht mehr danach fragen kann, was er mit seinem Werk aussagen wollte. Auch wenn es in der Schule normalerweise üblich ist, nur eine Interpretation als „richtig“ anzusehen, sieht das bei Literaturwissenschaftlern an einer Universität doch ganz anders aus.

Inhaltsangabe immer sachlich schreiben

Die Inhaltsangabe sollte in einer sachlichen Sprache verfasst sein, ohne Wertungen und nüchtern. Trotzdem sollte abwechslungsreich geschrieben werden, Wiederholungen sind zu vermeiden. Der Autor der Inhaltsangabe fungiert als allwissender Erzähler, er kennt bereits den Originaltext und weiß wie er endet.

 

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